Thema „Inklusion“ wird greifbar gemacht und soll zum Nachdenken anregen – Wanderausstellung „Miteinander“ in Nittendorf eröffnet

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Nittendorf (RL). Vor rund siebzig Gästen aus Politik, Kirchen und Gesellschaft hat Landrätin Tanja Schweiger im Nittendorfer Rathaus gemeinsam mit Nittendorfs Bürgermeister Helmut Sammüller und dem Behindertenbeauftragten des Marktes, Ludwig Haas, die Wanderausstellung „Miteinander“ eröffnet. Diese Ausstellung zum Thema „Inklusion“ wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration erarbeitet. Sie soll den Betrachter einladen, sich mit dem Thema Inklusion aktiv auseinander zu setzen, indem sie aufzeigt, mit welchen Barrieren Menschen mit Behinderungen zu kämpfen haben und wie diese Hindernisse abgebaut werden können. Zu sehen ist die Wanderausstellung noch bis zum 23. März zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses: Montag bis Mittwoch und Freitag von 7.30 bis 12.00 Uhr und Donnerstag von 13.00 bis 18.00 Uhr.

Landrätin Tanja Schweiger eröffnete die Ausstellung im Beisein von Nittendorfs Bürgermeister Helmut Sammüller und dem Behindertenbeauftragten des Marktes, Ludwig Haas
Landrätin Tanja Schweiger eröffnete die Ausstellung im Beisein von Nittendorfs Bürgermeister Helmut Sammüller und dem Behindertenbeauftragten des Marktes, Ludwig Haas.

Bürgermeister Helmut Sammüller setzte sich in seinem Grußwort mit dem Begriff „Inklusion“ auseinander, der wörtlich übersetzt Zugehörigkeit bedeute, also das Gegenteil von Ausgrenzung. „Wenn jeder Mensch, mit oder ohne Handicap, überall dabei sein kann, sei es am Arbeitsplatz, im Wohnviertel oder in der Freizeit, dann ist dies eine gelungene Inklusion“, sagte Sammüller. Der Markt Nittendorf habe sich gemeinsam mit seinem Behindertenbeauftragten Ludwig Haas auf den Weg gemacht, um den Begriff „Inklusion“ mit Leben zu erfüllen.

Landrätin Tanja Schweiger bedankte sich beim Markt Nittendorf für die Bereitschaft, das Thema „Inklusion“ anzugehen. Ein besonderer Dank galt auch den anwesenden Vertretern anderer Landkreisgemeinden. „Das Landratsamt kann zwar beim Thema Inklusion aktiv werden, aber ohne die Gemeinden, die inzwischen bestens vernetzt sind, geht nichts“, sagte sie. Viel sei auf dem Gebiet in zahlreichen Treffen von Arbeitsgruppen mit Ehrenamtlichen schon erarbeitet worden. Neben notwendigen Veränderungen, etwa baulicher Art, hält es Landrätin Tanja Schweiger aber für entscheidend, dass jeder Einzelne sich Gedanken mache, was man für das Zusammenleben beitragen und wie man Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtern könne. Als konkretes Beispiel hierzu nannte Tanja Schweiger das Knüpfen von Kontakten zwischen Menschen mit Einschränkungen, die Arbeit suchen, und Arbeitgebern. Die Ausstellung „Miteinander“ könne auch hierzu wichtige Impulse geben.

Nittendorfer Schüler gestalteten mit

Der Behindertenbeauftragte Ludwig Haas bezeichnete die Arbeit mit und für Behinderte als Pionierarbeit. Es komme noch zu wenig von der „großen Politik“, weswegen sich der Markt auf diesem Gebiet schon erfolgreich selbst auf den Weg gemacht habe. Er freue sich auch, dass es ihm gelungen sei, die Ausstellung in den Markt zu holen. Diese werde in nur dreißig Gemeinden Bayerns gezeigt. Ludwig Haas hält es für „enorm wichtig“, den Gedanken der „Inklusion“ nicht erst im Rentenalter, sondern „von klein auf“ zu vermitteln. Darum freue er sich ganz besonders, dass die Schüler der örtlichen Schulen sich sehr intensiv des Themas angenommen und die Ausstellung mitgestaltet haben.

Schüler der Grund- und Mittelschule Nittendorf bereicherten die Ausstellung mit Arbeiten zum Thema „Inklusion“.
Schüler der Grund- und Mittelschule Nittendorf bereicherten die Ausstellung mit Arbeiten zum Thema „Inklusion“.

Die Gäste nahmen im Anschluss an die Grußworte gerne die Möglichkeit wahr, sich mit der Ausstellung auseinander zu setzen. Überrascht war dabei so mancher von den präsentierten Zahlen. So leben von den 1,5 Millionen Menschen mit Behinderung in Bayern immerhin etwa 25.000 im Landkreis. An Schautafeln wird unter anderem aufgezeigt, mit welchen Barrieren sie in den verschiedensten Lebensbereiche zu kämpfen haben und wie diese Hindernisse abgebaut werden können. Einige Stationen boten den Besuchern die Möglichkeit, sich selbst einmal kurz in die Situation eines Behinderten hineinzuversetzen. So etwa durch das Aufsetzen einer Brille, die eine starke Sehbehinderung imitiert. Auch konnte man mittels eines dicken Handschuhs erfühlen, wie schwierig es sein kann, mit eingeschränkter Motorik einen kleinen Gegenstand zu greifen und zu bewegen. Bereichert werden die Präsentationen durch viele beeindruckende Arbeiten von Schülern aus der Nittendorfer Grund- und Mittelschule zum Thema Inklusion. Besucher können aber auch eigene Ideen einbringen.