Seit 1. Oktober 2025 ist Adrian Werum Künstlerischer Leiter der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim. Nach 100 Tagen im Amt zieht der international tätige Dirigent, Komponist und Gründer des „Orchesters der Kulturen“ eine erste Bilanz – und setzt klare Akzente für eine stilistisch breite, regional verankerte und digital sichtbare Akademie. Werum war auf Bernd Schweinar gefolgt, der die Akademie über viele Jahre hinweg künstlerisch geprägt hatte. Bewährte Formate wie das Wacken Music Camp und das Rentner Rockfestival werden von Werum erfolgreich fortgeführt und bleiben auch künftig feste Bestandteile des Programms.
Ein Schwerpunkt der ersten Monate des neuen Künstlerischen Leiters lag auf der inhaltlichen Weiterentwicklung des Kursprogramms. Für 2026 wurde das Angebot deutlich ausgebaut – die Zahl der Kurse steigt um das fast Fünffache. Das neue Spektrum reicht von traditionsnahen Formaten wie „Singen im Musikverein“ bis hin zu innovativen Angeboten wie „Medienberufe mit KI“, von der „Klassikwoche Alteglofsheim“ bis zu Workshops mit Handpan, Cubase oder Dorico. Werum geht es darum, unterschiedlichste Zielgruppen anzusprechen – von Laienmusikern über Musikpädagoginnen und Musikpädagogen bis hin zu kulturinteressierten Erwachsenen.
Landrätin Tanja Schweiger, Vorsitzende des Zweckverbands, würdigt die ersten Impulse: „Adrian Werum hat in kurzer Zeit wichtige neue Akzente gesetzt. Er verbindet künstlerische Exzellenz mit Offenheit für neue Formate und einer klaren regionalen Ausrichtung. Diese Mischung stärkt die Musikakademie als kulturelles Zentrum für ganz Ostbayern.“ Dabei setzt Werum bewusst auf Vernetzung: Verbände wie der Bayerische Musikrat, der Sängerbund, der Blasmusikverband, der Musikbund oder der Harmonikaverband wurden – wo inhaltlich passend – in die Planungen eingebunden. „Das wunderbare Potential der Musikakademie Alteglofsheim zu nutzen, nah an unseren Gästen und der Region, ist das erklärte Ziel meiner Tätigkeit“, so Adrian Werum.
Neue Veranstaltungsformate und stärkere regionale Öffnung
Mit einer weihnachtlichen musikalischen Lesung in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung und dem Autor Ludwig Pritscher setzte Werum im Dezember einen ersten eigenen künstlerischen Akzent. Die Veranstaltung, die er selbst am Klavier begleitete, war im Kaisersaal sehr gut besucht. Neu eingeführt wurde außerdem die Reihe „Schlossgespräche“, konzipiert als Live-Format mit zusätzlicher Veröffentlichung als Videopodcast auf dem YouTube-Kanal der Akademie. Zum Auftakt diskutierte Werum mit dem Philosophen Uli Fischer über „Klang und Verwandlung“ – ausgehend von der romantischen Musikphilosophie. Die Reihe dient zugleich der inhaltlichen Profilbildung und Markenstärkung.
Um die Akademie noch stärker in der Region zu verankern, werden Konzerte künftig auch über die Plattform OKticket angeboten. Zudem wurden probende Ensembles eingeladen, ihre Arbeitsphasen mit öffentlichen Werkstattkonzerten abzuschließen – ein Angebot, das für 2026 bereits rege angenommen wird und beim Wacken Music Camp 2026 erstmals erfolgreich umgesetzt worden ist. Am 22. März 2026 stellt sich Adrian Werum zudem mit einem Antrittskonzert im Kaisersaal offiziell dem Publikum vor. Gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern seines „Orchesters der Kulturen“ wird er am Flügel zu erleben sein.
Digitalisierung und Markenentwicklung
Ein weiterer Schwerpunkt der ersten 100 Tage lag auf dem digitalen Auftritt der Akademie. Vorbereitungen für eine neue Markengestaltung, professionelle Fotoarbeiten und ein Relaunch der Website wurden angestoßen. Bereits umgesetzt worden sind erste nutzerorientierte Verbesserungen wie eine vereinfachte Menüführung, klarere Gestaltung und eine stärker kundenfreundliche Ansprache. Darüber hinaus wurden neue Social-Media-Kanäle eingerichtet, darunter ein TikTok-Kanal und ein LinkedIn-Profil. Veranstaltungen werden nun verstärkt im Vorfeld aktiv beworben – unter anderem durch kurze Videoformate („Reels“), die entweder von Werum selbst oder von Dozenten gestaltet werden.
Auch im Bereich Gastronomie wurden erste Veränderungen vorgenommen. Mit einer attraktiven Präsentation, erweiterten Angeboten und gestalterischen Details soll die Aufenthaltsqualität weiter gesteigert werden. Ziel ist es, insbesondere erwachsene Gruppen und Tagungsgäste noch stärker anzusprechen.
Zur Person: Adrian Werum war musikalischer Leiter der Welturaufführung von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ und brachte die Produktion auch an den Broadway. Seit 2011 ist er „Composer in Residence“ an der Park Avenue Synagogue in New York. 2010 gründete er in Stuttgart das „Orchester der Kulturen“, das weltweit erstmals Instrumente unterschiedlicher musikalischer Traditionen in einem Ensemble vereinte. Für sein künstlerisches Schaffen wurde er unter anderem mit dem Ernst-Fischer-Kompositionspreis des Deutschlandradios ausgezeichnet. Werum arbeitete mit renommierten Künstlern wie Rolando Villazón, Wencke Myhre sowie Marshall & Alexander zusammen.
Bayerische Musikakademie Schloss Alteglofsheim: Sie ist eine zentrale Bildungs- und Tagungsstätte für Musik, Kunst und Kultur in Ostbayern. Mit ihrer professionellen Infrastruktur bietet sie Ensembles, Orchestern und Musikverbänden aller Stilrichtungen ideale Bedingungen für kreative Arbeitsphasen und musikalische Fortbildung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in den Bereichen Popularmusik, Musikpädagogik und Neue Medien. Träger ist der Zweckverband Bayerische Musikakademie Alteglofsheim, dem der Freistaat Bayern, die Bezirke Niederbayern und Oberpfalz, der Landkreis Regensburg, die Stadt Regensburg, die Gemeinde Alteglofsheim sowie der Bayerische Musikrat angehören.

Adrian Werum (links) setzt klare Akzente für eine stilistisch breite, regional verankerte und digital sichtbare Akademie. Landrätin Tanja Schweiger und Geschäftsleiter des Zweckverbands Bayerische Musikakademie Alteglofsheim, Franz-Josef Hiermann bei der 100-Tage-Bilanz des Künstlerischen Leiters.
Foto HC Wagner