Mit der offiziellen Auftaktveranstaltung des Bundesprojekts „Ganz große Küche! Regional.Bio.Regensburg.“ ist am Donnerstag, 5. Februar 2026, in den Eckert-Schulen in Regenstauf der Startschuss für eine umfassende Stärkung regionaler und bioregionaler Wertschöpfungsketten gefallen. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel und Logistik sowie weitere Interessierte folgten der Einladung von Landkreis und Stadt Regensburg.
Ziel des Projekts ist es, regionale und bioregionale Lebensmittel stärker in der Außer-Haus-Verpflegung zu verankern – also dort, wo täglich tausende Mahlzeiten in Kantinen, Schulen, Kliniken oder Gastronomiebetrieben ausgegeben werden. Gleichzeitig sollen neue regionale Produkte entwickelt, Logistikstrukturen verbessert und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Lebensmittelkette intensiviert werden – vom Acker bis auf den Teller.
Landrätin Tanja Schweiger unterstrich in ihrem Grußwort die strategische Bedeutung des Vorhabens:
„Regionale Wertschöpfungsketten sind ein zentraler Hebel für Klimaschutz, wirtschaftliche Stabilität und mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit dem Projekt ‚Ganz große Küche!‘ bringen wir Erzeugung, Verarbeitung und Außer-Haus-Verpflegung konkret zusammen und schaffen tragfähige Strukturen, von denen unsere Betriebe ebenso profitieren wie die Menschen in der Region.“
Auch Regensburgs Bürgermeister Ludwig Artinger betonte die Relevanz des Projekts für Stadt und Region: „Mit dem Stadtratsbeschluss von 2021 haben wir in Regensburg bewusst den Weg für mehr bioregionale Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung eingeschlagen. Das Bundesprojekt ‚Ganz große Küche!‘ knüpft genau hier an und gibt unseren Anstrengungen zusätzlichen Rückenwind. Als bedeutender Standort der Außer-Haus-Verpflegung mit großem Einzugsgebiet kommt der Stadt eine zentrale Rolle zu, regionale Wertschöpfung zu stärken und nachhaltige Ernährung konkret umzusetzen.“
Ein zentraler Baustein des Projekts sind produktspezifische Wertschöpfungsketten-Spezialberatungen. Hier werden Betriebe gezielt dabei unterstützt, neue regionale Produkte zu entwickeln und marktfähig zu machen. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Mit den „Regensburger Bio-Pommes“ wurde ein neues Produkt erfolgreich entwickelt, zertifiziert sowie mit gesichertem Absatz auf den Weg gebracht.
Weitere regionale Produkte – etwa im Bereich der Kartoffelverarbeitung oder bei Bio-Brühen und -Soßen – befinden sich derzeit in der Umsetzung.
Fr. Gassner, Projektkoordinatorin auf Seiten des Landkreises Regensburg, betonte den praxisnahen Ansatz: „Wir setzen bewusst auf konkrete Lösungen statt auf reine Konzeptarbeit. Ob neue Produkte, verbesserte Logistik oder die Reduzierung von Lebensmittelabfällen – wir begleiten die Betriebe direkt in der Umsetzung und schaffen Strukturen, die langfristig tragen.“
Ein weiteres Arbeitspaket widmet sich der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung. Hier kommen sogenannte Foodscanner zum Einsatz, die Abfallmengen analysieren und konkrete Einsparpotenziale sichtbar machen. Parallel entsteht eine digitale B2B-Plattform, die regionale Anbieter und Abnehmer besser vernetzt und Transparenz entlang der Lieferketten schafft.
Der thematische Schwerpunkt der Stadt Regensburg innerhalb des Projekts liegt auf der intensiven Begleitung von Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung. Zwölf Einrichtungen aus Stadt und Landkreis – von der Schulmensa bis zur Betriebskantine – werden im Projekt eng betreut. Sie erhalten individuelle Coachings, nehmen an Workshops und Exkursionen teil, vernetzen sich bei sogenannten Speed-Datings mit regionalen Lieferanten und werden mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen für ihre Tischgäste unterstützt. Zudem werden die Kosten für die Bio-Zertifizierung der Küchen übernommen.
Ein Teil der Coachings erfolgt in Kooperation mit dem AELF Regensburg-Schwandorf, Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung (BioRegio-Coaching).
Neben der Projektvorstellung bot die Veranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung. In einem Podiumsgespräch diskutierten Akteure aus der Region über Chancen und Herausforderungen regionaler Wertschöpfung. Beim anschließenden Besuch des Projektforums wurden Kontakte vertieft und neue Kooperationen angestoßen.
Das Projekt „Ganz große Küche! Regional.Bio.Regensburg.“ wird im Rahmen des Modellregionenwettbewerbs zu 100 Prozentdurch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und gemeinsam von Landkreis und Stadt Regensburg umgesetzt.

Mit der offiziellen Auftaktveranstaltung des Bundesprojekts „Ganz große Küche! Regional.Bio.Regensburg.“ in den Eckert-Schulen in Regenstauf ist der Startschuss für eine umfassende Stärkung regionaler und bioregionaler Wertschöpfungsketten gefallen.
