In der von Landrätin Tanja Schweiger geleiteten Sitzung des Krankenhausausschusses am 3. März informierte Krankenhausdirektor Martin Rederer über den aktuellen Stand der Planungen zur Norderweiterung der Kreisklinik. Der Landkreis Regensburg hat nördlich der Kreisklinik umfangreiche Flächen für einen Erweiterungsbau erworben. Geplant ist neben einem neuen Bettentrakt auch die Erweiterung bestehender Räumlichkeiten und Funktionsbereiche. Ziel ist es, die klinikinternen Abläufe weiter zu verbessern und die medizinische Versorgung langfristig zu stärken.
Nach einem Vor-Ort-Termin des zuständigen Unterausschusses des Krankenhausplanungsausschusses und dessen positiver Empfehlung beschloss der Bayerische Ministerrat am 8. Juli 2025, den ersten Bauabschnitt der Norderweiterung mit förderfähigen Kosten in Höhe von 36,06 Millionen Euro in das Jahreskrankenhausbauprogramm 2028 aufzunehmen. Damit besteht für das Projekt nicht nur Planungs- und Finanzierungssicherheit; sondern dies bedeutet für die Kreisklinik auch eine langfristige Bestandsgarantie, weil der Ministerrat nur Standorte in die Krankenhausbauförderprogramme aufgenommen hat, deren Bedeutung für die akutstationäre Versorgung langfristig anerkannt ist.
„Mit der Norderweiterung investieren wir gezielt in die Zukunft unserer Kreisklinik. Wir schaffen die strukturellen Voraussetzungen, um auch in einer sich verändernden Krankenhauslandschaft eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis Regensburg und darüber hinaus sicherzustellen“, betonte Landrätin Tanja Schweiger. Die Erweiterung sei ein wichtiger Schritt, um die Klinik strategisch weiterzuentwickeln und nachhaltig zu stärken.
In einer der nächsten Sitzungen wird der Kreistag den formellen Maßnahmenbeschluss fassen. Die nächsten Planungsschritte werden in diesem Jahr engagiert vorangetrieben. Für das kommende Jahr sind weitere vorbereitende Maßnahmen vorgesehen, darunter auch erste Abrissarbeiten zur Vorbereitung des Erweiterungsbaus. Der Neubau selbst ist für den Zeitraum von 2028 bis 2030 geplant.
Fehlende Bundesmittel führen zu Betriebskostendefiziten
Krankenhausdirektor Martin Rederer informierte in der letzten Sitzung dieses Gremiums in der laufenden Wahlperiode 2020–2026 zudem über das Betriebsergebnis der Kreisklinik für das vergangene Jahr sowie über die voraussichtliche Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben im laufenden Jahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 sei im Bereich der Betriebskosten mit einem Defizit von rund 2,6 Millionen Euro zu rechnen. Im Vergleich zum Wirtschaftsplan 2025, der ein Defizit von 3,032 Millionen Euro vorsah, ergebe sich damit eine Verbesserung um über 400.000 Euro. Gründe hierfür seien insbesondere verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit.
Gleichzeitig bleibe die Kreisklinik Wörth a. d. Donau durch weiterhin hohe Energie- und Sachkosten sowie durch die hohen Tarifabschlüsse der Jahre 2023, 2024 und 2025 erheblich belastet. Hinzu komme, dass den Kliniken durch bundespolitische Entscheidungen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen im Jahr 2026 bundesweit rund 180 Millionen Euro entzogen werden. Für die Kreisklinik bedeute dies eine zusätzliche finanzielle Belastung von etwa 640.000 Euro.
Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2026, so Rederer weiter, sehe ein Jahresdefizit von rund 2.101.600 Euro vor. Trotz steigender Erlöse ergebe sich im Erfolgsplan weiterhin ein deutliches Defizit aus dem laufenden Betrieb. Zu den wesentlichen Gründen für höhere Erlöse gegenüber 2025 zählen der Wegfall eines der beiden noch abzuleistenden Fixkostendegressionsabschläge für Mehrleistungen in Höhe von 200.000 Euro, die Erhöhung des Landesbasisfallwerts (plus rund 460.000 Euro), zusätzliche Umsatzerlöse durch die Verlagerung stationärer Leistungen in den Hybridbereich sowie steigende Patientenzahlen im stationären Bereich. Diese Faktoren führten zu Mehrerlösen von rund einer Million Euro. Darüber hinaus erhalte die Kreisklinik einen einmaligen Zuschlag auf die abgerechneten stationären Erlöse in Höhe von 911.600 Euro. Ziel bleibe es, in den kommenden Jahren wieder Liquiditätsüberschüsse aus dem laufenden Geschäft zu erwirtschaften, um schrittweise einen angemessenen Bestand an liquiden Mitteln aufzubauen und die finanzielle Stabilität der Klinik nachhaltig zu sichern.
Chefarzt Dr. med. Christoph Gößl wird Ärztlicher Direktor
Vom 1. Mai 2026 bis 30. April 2029 übernimmt Chefarzt Dr. med. Christoph Gößl die Funktion des Ärztlichen Direktors der Kreisklinik. Zu seinen Stellvertretern wurden Dr. med. Bernhard Bothschafter und Dr. med. Stefan Hundt bestellt. Wie Krankenhausdirektor Martin Rederer erläuterte, wechselt die Funktion des Ärztlichen Direktors turnusmäßig alle drei Jahre zwischen den Hauptabteilungen des Krankenhauses. Der bisherige Ärztliche Direktor war Dr. med. Stefan Hundt. Stellvertretende Ärztliche Direktoren waren Dr. med. Wolfgang Sieber und Dr. med. Fritz Ottlinger.

Mit der geplanten Norderweiterung sollen die klinikinternen Abläufe weiter verbessert und die medizinische Versorgung langfristig gestärkt werden. Foto HCWagner