Zur dritten Auflage des Erfolgsformats kommt die deutsche First Lady, Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, nach Regensburg, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

(v.l.) Unternehmer Andreas Weinhut; Marion Thätter von Phönix; Landrätin Tanja Schweiger; Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer; Frank Reinel, und der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer.
Die Inklusive JobMesse wurde 2022 in Regensburg bayernweit erstmals durchgeführt und zog mehr als 1.000 Besuchende in das Jahnstadion. Nach 2024 hat die Stadt Regensburg nun zum zweiten Mal und gemeinsam mit den Landkreisen Regensburg und Kelheim die Trägerschaft für das Projekt übernommen. „Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist mir ein großes Anliegen. Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Schritt dazu“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Die Inklusive JobMesse verbessert ihre Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich und hat schon etliche Arbeitsverhältnisse gebracht.“
Die Inklusive JobMesse findet in Regensburg alle zwei Jahre statt.
Das Organisationsteam vom Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt der Initiative Regensburg inklusiv, hat noch mehr zu feiern: Das Erfolgsprojekt wurde von mehreren bayerischen Städten übernommen und nun mit einer Finanzierung durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ausgestattet. „Unsere Regensburger Idee hat überzeugt“, erklärt der Inklusionsbeauftragte der Stadt Frank Reinel als einer der Sprecher des Arbeitskreises. Eine verstärkte Förderung von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt sei dringend angezeigt. Im Jahr 2024 habe sich die Situation von Menschen mit Schwerbehinderung deutlich verschlechtert. In Bayern lag die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt bei fast zehn Prozent. Für 2025 werden noch schlechtere Werte erwartet.
Um dem entgegenzuwirken, werden sich am 21. Mai von 10 bis 16 Uhr wieder mehr als 50 Unternehmen im Jahnstadion an Ständen präsentieren und über ihre Beschäftigungsoptionen für Menschen mit Behinderung informieren. Aktuell können sich noch Firmen anmelden. Die Veranstalter rechnen wieder mit mehr als 1.000 Besuchenden, vorwiegend Menschen mit Handicap. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erhalten auf der Messe zudem Informationen über Förderoptionen aus erster Hand von Mitarbeitenden beteiligter Behörden und Fachdienste.
Ein Höhepunkt der dritten Inklusiven JobMesse wird das Job-Speed-Dating sein, das von Phönix e.V. durchgeführt wird. Das Konzept sieht vor, dass sich Menschen mit Behinderung und Arbeitgeber in kurzen Bewerbungsgesprächen kennenlernen. „Dadurch sollen Vorurteile abgebaut und erste Kontakte aufgebaut werden“, sagt Marion Thätter, Mitarbeiterin von Phönix und ebenfalls Sprecherin des Arbeitskreises. Zur Vorbereitung auf die Gespräche gehört ein umfangreiches Coaching, um den bestmöglichen Eindruck zu machen. „Oft sehen die Bewerberinnen und Bewerber zunächst nur ihre Behinderung“, erklärt Thätter. „Danach nehmen sie ihre Kompetenzen wahr und stellen sich als attraktive Bewerber dar.“
Am Messetag lockt zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm ins Stadion. Angeboten werden Workshops rund um das Thema Bewerbung und erstmals können Besucherinnen und Besucher vor Ort kostenlos professionelle Bewerbungsfotos machen lassen. Die Besuchenden haben die Möglichkeit, an zwei kostenlosen Stadionführungen teilzunehmen, beim Torwandschießen zwei Freikarten für ein Heimspiel des SSV Jahn zu gewinnen und bei einem Parcours Behinderungen am eigenen Leib kennenzulernen. Unterstützt wird die Messe unter anderem durch das Oberpfälzer Inklusionsamt und durch die Landkreise Regensburg und Kelheim. „Die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung darf nicht an Landkreisgrenzen halt machen. Der Landkreis Kelheim ist deshalb sehr gerne Teil der Veranstalterschaft für die 3. Inklusive JobMesse Regensburg. Gemeinsam mit Stadt und Landkreis Regensburg möchten wir betroffenen Arbeitssuchenden in der Wirtschaftsregion Regensburg-Kelheim eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Ich freue mich auf eine tolle Veranstaltung mit zielführenden Begegnungen und Gesprächen“, so Martin Neumeyer, Landrat Landkreis Kelheim.
„Der Landkreis Regensburg unterstützt die Inklusive JobMesse sehr gerne auch in diesem Jahr. Die Messe schafft Begegnungen, baut Berührungsängste ab und bringt Menschen zusammen, die sich sonst oft nicht begegnen würden. Dass sich bereits rund 50 Aussteller beteiligen, ist ein starkes Zeichen und zeigt, wie wichtig Inklusion für die Gewinnung von Fachkräften ist. Besonders freut mich, dass auch ein Job-Speed-Dating angeboten wird – ein Format, mit dem wir im Landratsamt Regensburg seit 2024 sehr gute Erfahrungen machen. Viele Menschen mit Behinderungen bringen hohe Qualifikationen, Motivation und wertvolle Erfahrungen mit. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es wichtig, dieses Potenzial wahrzunehmen und Chancen zu eröffnen. Die dritte Inklusive JobMesse leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, so Landrätin Tanja Schweiger.
Zur Messe wird Ministerialdirektor Dr. Markus Gruber aus dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales erwartet. Die Schirmherrschaft hat Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium übernommen.
Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung
Laut dem Inklusionsbarometer Arbeit 2025 von Aktion Mensch und dem Handelsblatt Research Institut hat sich die Situation von Menschen mit einer Schwerbehinderung auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2024 deutlich verschlechtert. Die Erhebung wird jährlich auf der Basis statistischer Datenauswertung der Agentur für Arbeit und der Integrationsämter erstellt. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit einer Schwerbehinderung in Bayern lag im Jahresdurchschnitt 2024 bei 9,9 Prozent (Vorjahr: 9,1), bundesweit sogar bei 11,6 Prozent (Vorjahr: 11,0). Sie ist damit deutlich höher als die allgemeine Arbeitslosenquote, die im Freistaat Ende 2025 3,9 Prozent betrug, was rund 311.000 Menschen ohne Arbeit entspricht. Davon waren 28.386 Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Erfasst sind hier Personen mit einem anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 50 oder mit einem Grad der Behinderung von 30 oder 40, die einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind. Nicht erfasst sind weitere Menschen mit Behinderung ohne Schwerbehindertenstatus. Die tatsächliche Zahl von arbeitslosen Menschen mit Behinderung liegt demnach noch höher.