Gesamter Landkreis Regensburg ist LEADER-Region

Entwicklungskonzept des Landkreises von Ministerium anerkannt
Regensburg. (RL) Im Rahmen einer Feierstunde am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten überreichte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner den Vertretern der ausgewählten LEADER-Regionen in Bayern ihre Anerkennungsurkunden. Bayernweit hatten sich 68 Landkreise und Städte um die LEADER-Fördermittel beworben, 60 wurden ausgewählt. Der Landkreis Regensburg wurde auch für die künftige Förderphase 2014 – 2020 wieder als LEADER-Region ausgezeichnet, jedoch erstmals als gesamter Landkreis. Bisher war nur das Regensburger Land nördlich der Donau als LEADER-Region anerkannt. „Mit der Anerkennung des gesamten Landkreises als LEADER-Region sind wir in Zukunft in der Lage, attraktive Projekte zur Stärkung des ländlichen Raumes im ganzen Landkreis zu verwirklichen und so die Lebensqualität in unserer Region zu erhöhen“, erklärte Landrätin Tanja Schweiger. Für die Umsetzung der Regionalen Entwicklungskonzepte der künftigen bayerischen LEADER-Regionen stehen in der Förderperiode 2014 – 2020 rund 111 Millionen Euro, davon 68 Millionen Euro aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und bayerischen Landesmitteln zur Verfügung.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (rechts) überreicht Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) und Elisabeth Sojer-Falter (links), Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft des Landkreises Regensburg, die offizielle Anerkennungsurkunde die den gesamten Landkreis als LEADER-Region auszeichnet.
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (rechts) überreichte Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) und Elisabeth Sojer-Falter (links), Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft des Landkreises Regensburg, die offizielle Anerkennungsurkunde die den gesamten Landkreis als LEADER-Region auszeichnet.

Um die begehrten Fördermittel zu erhalten, war es notwendig ein umfassendes Regionales Entwicklungskonzept mit Lokaler Entwicklungsstrategie für den Förderzeitraum 2014 bis 2020 zu erstellen, erklärte Elisabeth Sojer-Falter, Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft im Landkreis Regensburg. Unter Mitwirkung von mehr als 200 Vertretern von Wirtschafts- und Sozialverbänden, Vereinen, Organisationen und Kommunen wurden in Workshops und im Rahmen einer Regionalkonferenz über 70 Projektideen für die Weiterentwicklung der Region gesammelt und Entwicklungsziele für wichtige Themenfelder formuliert. „Das Engagement und die Ideen aller Beteiligten haben wesentlich zum Erfolg des Konzeptes beigetragen“, betonte Landrätin Tanja Schweiger. Das Regionale Entwicklungskonzept beinhaltet zudem eine umfassende Stärken-Schwäche-Analyse, die unter Berücksichtigung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen bereits vorliegender Konzepte (z. B. Strategie- und Handlungskonzept), der Evaluierung aus dem Frühjahr 2014 und der Resonanz der Regionalkonferenz sowie aus den Ergebnissen mehrerer Workshops erarbeitet wurde. „Das Regionale Entwicklungskonzept des Landkreises Regensburg trägt den Titel „Teilräume verbinden – Mehrwert schaffen“ und ist das Ergebnis monatelanger intensiver Arbeitsabläufe“, beschrieb Elisabeth Sojer-Falter, das über hundert Seiten starke Werk, als sie dieses im November 2014 beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt einreichte. Mit dem Konzept habe der Landkreis unter intensiver Bürgerbeteiligung einen Fahrplan für die individuelle Regionalentwicklung für die kommenden sechs Jahre aufgestellt. Es greife Themen auf, die für den Landkreis relevant seien und trage dazu bei, zahlreiche innovative Projektideen aus den Bereichen „Tourismus und Naherholung“, „Heimat und Kultur“, „Kultur- und Landwirtschaft“ sowie „Miteinander Leben im Regensburger Land“ zu fördern oder in Wert zu setzen.

In der vergangenen Förderperiode konnten mit Hilfe der LEADER-Fördermittel zahlreiche Vorhaben, wie beispielsweise das Kooperationsprojekt im Tal der Schwarzen Laber – in Zusammenarbeit mit 15 Landkreisgemeinden und dem Landkreis Neumarkt – oder der Aus- und Umbau der Sommerkeller in Brennberg und Wiesent, sowie die Weiterentwicklung und pädagogische Aufwertung der Regensburger Burgensteige verwirklicht werden. Nachdem der Landkreis nun erneut als LEADER-Region anerkannt ist, können mögliche Projekte und Förderanfragen ab Mai schriftlich bei der LEADER-Geschäftsstelle der Regionalentwicklung im Landratsamt eingereicht werden. Hier werden die Vorhaben geprüft und dem Entscheidungsgremium des Vereins für Regionalentwicklung im Landkreis Regensburg e.V. zur Diskussion und Förderfreigabe vorgestellt. Bei einer positiven Entscheidung werden die Antragsteller konzeptionell und fördertechnisch begleitet.

Für ausführliche Informationen rund um das Thema LEADER-Förderung steht das Sachgebiet Regionalentwicklung, Sven Päplow, 0941/ 4009-616, sowie die Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft, Elisabeth Sojer-Falter, 0941/ 4009-402, gerne zur Verfügung. Aktuelle Informationen gibt es zudem auf der Homepage www.lag.landkreis-regensburg.de.

Hintergrundinformation:

LEADER ist eine Abkürzung der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l’économie rurale; auf Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. LEADER ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Förderinstrument, das auf die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt ganzer Regionen ausgerichtet ist. Mit den LEADER-Fördermitteln sollen die ländlichen Regionen auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten Entwicklung unterstützt werden. Die zentralen Elemente von LEADER sind Vernetzung, Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung.