Landkreis Regensburg unterstützt Unternehmen und Beschäftigte bei Integration und Wohnraumsuche

Wie gelungene Arbeitsmarktintegration in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel der Firma Hieber GmbH in Wörth-Wiesent. Das metallverarbeitende Unternehmen beschäftigt inzwischen acht Asylbewerber in Vollzeit. Zwei Mitarbeiter stammen aus dem Iran, sechs aus Syrien. Sie arbeiten als Schweißer sowie in der Laser- und Baugruppenfertigung. Die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem Landratsamt Regensburg begann im September 2024, als zwei Schweißer für das Unternehmen vermittelt wurden. Nachdem im Frühjahr 2026 zusätzlicher Personalbedarf entstand, konnten sechs weitere Arbeitskräfte vermittelt werden. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Firma Hieber, der Wirtschaftsförderung und dem Ausländeramt des Landkreises Regensburg. Die Hieber GmbH ist Teil der Witron Gruppe. Witron hat seinen Hauptsitz in Parkstein (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) und ist einer der Weltmarktführer im Bereich der Planung, Realisierung und im Service von automatisierten Logistiksystemen für den Lebensmitteleinzelhandel.

„Sinnstiftende Arbeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Sie schafft Perspektiven für die Menschen und hilft gleichzeitig unseren Unternehmen, dringend benötigte Fach- und Arbeitskräfte zu gewinnen. Dass dies gelingt, zeigt das Beispiel der Firma Hieber in besonderer Weise. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wirtschaftsförderung und Ausländeramt. Alle Beteiligten arbeiten Hand in Hand und finden gemeinsam Lösungen. Diese Zusammenarbeit ist bei uns mittlerweile eine Erfolgsgeschichte“, betont Landrätin Tanja Schweiger.

Geschäftsführer Christian Sander verfolgt dabei eine klare Haltung: „Jeder Mensch verdient eine Chance im Leben.“ Neue Mitarbeiter beginnen zunächst mit einem Praktikum. Wer sich in dieser Zeit engagiert zeigt, erhält eine Festanstellung. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen seine Beschäftigten gezielt bei ihrer beruflichen und sprachlichen Weiterentwicklung. Neben fachlichen Qualifizierungen und dem Erwerb von Schweißzertifikaten organisierte die Firma sogar einen Deutschkurs direkt im Betrieb. Gute Leistungen sowie verbesserte Deutschkenntnisse werden außerdem mit entsprechenden Gehaltserhöhungen honoriert.

Das Landratsamt Regensburg begleitete den gesamten Integrationsprozess von Beginn an. Neben der Herstellung des Erstkontakts unterstützten die Mitarbeiter des Ausländeramts bei der Erteilung der erforderlichen Arbeitsgenehmigungen. Darüber hinaus wurden die Beschäftigten in die Nähe ihres Arbeitsplatzes umverteilt, Genehmigungen für den Auszug in privaten Wohnraum erteilt und privater Wohnraum vermittelt. „Erfolgreiche Arbeitsmarktintegration endet nicht mit der Erteilung einer Arbeitserlaubnis. Unser Ziel ist es, die Menschen auf ihrem gesamten Weg zu begleiten – von der Vermittlung in den Betrieb über die notwendigen ausländerrechtlichen Verfahren bis hin zur Wohnraumsuche. Erst dieses Zusammenspiel schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration und der kompletten Unabhängigkeit von staatlichen Leistungen“, erklärt Herr Dawood vom Ausländeramt des Landkreises Regensburg.

Auch die Agentur für Arbeit unterstützte die Einstellung einzelner Mitarbeiter durch Eingliederungszuschüsse. Ein weiterer wichtiger Schritt steht bereits bevor: Zum 1. September ziehen die sechs syrischen Beschäftigten in ihre erste private Wohnung ein. Der Wohnraum wurde ebenfalls mit Unterstützung des Landratsamts vermittelt. Das Beispiel der Firma Hieber zeigt, wie Integration ganzheitlich gelingen kann, wenn Unternehmen Verantwortung übernehmen und Behörden sowie Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig profitieren die Betriebe von motivierten Mitarbeitern, die langfristig zur Fachkräftesicherung beitragen.

Beim Besuch der Hieber GmbH informierten sich Herr Weiß, Sachgebietsleiter Wirtschaft und Regionalentwicklung (1. v. l.), Herr Damm, Sachgebietsleiter Ausländeramt (3. v. r.), sowie weitere Vertreter des Landratsamtes bei Geschäftsführer Christian Sander (2. v. l.) über die erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern im Unternehmen. Foto: Weiss, LRA Regensburg