Im Schloss Alteglofsheim kamen vergangene Woche Kulturschaffende aus dem ganzen Landkreis zusammen, um sich – ganz im Sinne des Jahresmottos „bewusst.sein“ – auszutauschen und Ideen für die neue Veranstaltungsreihe zu sammeln. Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer verkündete offiziell das Motto, unter dem die neue Reihe stehen wird. Zudem wurde an diesem Abend auch der neue Almanach aus der Reihe „Regensburger Land“ vorgestellt, der ab sofort im Buchhandel erhältlich ist.
Rund 40 Kulturschaffende aus dem ganzen Landkreis, darunter unter anderem Veranstalter, Vertreter von Kulturvereinen, Künstler und Musiker, waren auf Einladung des Kulturreferats in der Schlossküche des beeindruckenden Barockschlosses in Alteglofsheim zusammengekommen. „Das LandKulturForum ist eine Erfolgsgeschichte geworden, die seit mittlerweile elf Jahren regelmäßig stattfindet“, sagte Landrätin Tanja Schweiger in ihrer Ansprache. „Es hat sich etabliert, ähnlich wie unser Kultursommerfest.
„Wir versuchen, Kulturschaffende aus dem Landkreis zu vernetzen, zusammen zu bringen und zu sehen, was sie beschäftigt und wo wir sie unterstützen können“, fasste Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer bei seiner Begrüßung den Zweck der Veranstaltung zusammen. Er dankte außerdem der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim dafür, dass das Treffen dort stattfinden konnte, insbesondere dem neuen Künstlerischen Leiter Adrian Werum. Dieser nutzte die Gelegenheit, um sich vorzustellen. Er erzählte von seinem Werdegang, der ihn von Mainz nach Wien über den Broadway und weitere Stationen schließlich nach Alteglofsheim führte. Am 1. Oktober trat er die neue Stelle an und arbeitet in der Zwischenzeit am Programm der Musikakademie für 2026. Es war sein Ziel, die Angebote stilistisch zu öffnen und so finden im nächsten Jahr sehr unterschiedliche Veranstaltungen statt: Mehr Werkstattkonzerte, bei denen die Ergebnisse aus den Kursen präsentiert werden, sowie ein Tag der offenen Tür am 26. Juli 2026 im Schlosspark sind geplant. Im Seminarprogramm gibt es unter anderem Kurse zu Berufsorientierung mit dem Thema Künstliche Intelligenz, ein Workshop mit der Sängerin der Egerländer Musikanten oder einen zu Big Band Arrangements. „Es wird für jeden was dabei sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Werum.
Kultur in herausfordernden Zeiten
Als Nächstes verkündete Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer das kulturelle Jahresthema des Landkreises Regensburg 2026: „bewusst.sein“. Wie das Spielen beim diesjährigen Thema „Spielräume“ knüpft das neue an etwas sehr Grundlegendes in der menschlichen Erfahrung an. „Der Mensch wird Mensch dadurch, dass er das Bewusstsein erlangt“, sagte Feuerer inspiriert von Franz Kafkas Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“, in der der der Affe Rotpeter in beschleunigtem Tempo den Prozess der Evolution durchläuft. Auch in der biblischen Geschichte von Adam und Eva gibt es diesen Moment der Erkenntnis und Reflexion. „Mit dem Thema geht es uns auch darum, dass Kunst und Kultur nicht zur reinen Unterhaltung degradiert werden, sie kein ‚Nice-to-Have‘ werden, denn sie spielen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft“, ergänzte er. Angesichts der herausfordernden Zeiten, in denen wir leben, und wo im nächsten Jahr wichtige Entscheidungen, etwa die Wahlen in Bayern, anstehen, eröffnet das Thema einen politischen Blickwinkel. Freiheit, Demokratie, Wohlstand – all diese Werte, die scheinbar sicher waren, sind auf einmal gefährdet. „Bewusstseins“ stellt auf einer Metaebene aber auch Fragen wie: Was macht den Menschen aus? Was macht unsere Gesellschaft aus? Was sind unsere Werte? Inspiriert durch Feuerers Worte diskutierten und sammelten die anwesenden Kulturschaffenden Assoziationen und konkretere Ideen, wie dieses Jahresthema in Verbindung mit Kultur und möglichen Veranstaltungsformaten verstanden werden kann.
Veranstaltende, die Interesse daran haben, sich mit einem Termin am Kulturprogramm 2026 zu beteiligen, können sich unter kulturreferat@landratsamt-regensburg.de mit dem Kulturreferat in Verbindung setzen. Konkrete Informationen zur Einreichung der Veranstaltung werden demnächst veröffentlicht, unter anderem auf www.landkreiskultur.de.
Almanach vorgestellt
Neben der kulturellen Veranstaltungsreihe ist die Schriftenreihe „Regensburger Land – Der Landkreis Regensburg in Geschichte und Gegenwart“ ein weiteres Projekt, das das Kulturreferat jedes Jahr fortführt. Der 11. Band der Reihe, der ab sofort im Buchhandel erhältlich ist, trägt ein Bild von Josef Georg Miller auf dem Titel, das dieser um 1975 von Kallmünz gemalt hatte. Im zugehörigen Beitrag im Buch zeichnet Martin Mayer, Inhaber der Galerie Bergsteig 1 in Kallmünz, die Geschichte des Künstlerortes nach. Sandra Adler, Mitarbeiterin im Kulturreferat und Verantwortliche für die Umsetzung des Landkreis-Almanachs, bedankte sich bei den beteiligten Autorinnen und Autoren, Grafiker Günter Lichtenstern und Rainer Boos stellvertretend für den Verlag Schnell und Steiner für die gute Zusammenarbeit. Anhand der anwesenden Autorinnen und Autoren stellte sie beispielhaft einige der Themen vor, die den Almanach wieder zu einem Kaleidoskop an bereichernden Eindrücken aus der Geschichte und dem aktuellen Kulturleben machen.
Dr. Armin Gugau, Historiker und Konrektor an der Grundschule Regenstauf, beschäftigt sich etwa mit dem Schloss Spindlhof bei Diesenbach und seiner Baugeschichte. Sandra Meilinger schreibt über den Nepal-Himalaya-Pavillon und Erna Ellmann, die von Frengkofen aus eine sehr aktive Wandergruppe organisiert. Als Organisatorin hat Dr. Christine Riedl-Valder den besten Einblick in die Literaturtage im Oberpfälzer Jura und berichtet darüber und über den Literaturpreis, der im Rahmen des Festivals verliehen wurde. Über die Entstehung der Bahnstrecke von Regensburg nach Nürnberg wiederum schreibt Dieter Schwaiger, Studiendirektor in Rente aus Kelheim. Wenzel Neumann schreibt über den Höflinger Sepp, ein Mann aus Sengkofen, der seiner Zeit voraus war, nicht nur, weil er das Fliegen lernen wollte. Prof. Dr. Alois Schmid wiederum widmet sich den Herren von Löweneck, denen ihre großen Ambitionen schließlich zum Verhängnis wurden.
Zudem befassen sich im neuen Band die Autorin Andrea Schenkel und Journalistin Isolde Stöcker-Gietl mit dem Phänomen „True Crime“. Michael Scheiner hat den Saxofonisten Tobias Meinhart aus Wörth a.d. Donau getroffen, der mittlerweile in New York lebt. Neben weiteren Beiträgen zu Pater Placidus Heinrich, Trachten im Landkreis sowie dem Kreiskrankenhaus Sünching sind außerdem die Laudationes auf die Kulturpreisträger 2025 abgedruckt, die Landrätin Tanja Schweiger auf Dr. Frieder Roßkopf aus Hemau und den Kinderchor Kolibri hielt sowie die Lobesrede von Dr. Sigmund Bonk über den Kulturpreisträger für das Lebenswerk Peter Liebl. Auch die Denkmalpreisträger 2024 werden in einem Beitrag gewürdigt, der die Geschichte und Sanierung der sehr verschiedenen Objekte beschreibt, nämlich eine Dorfkapelle, ein altes Bauernhaus, eine wiederbelebte Schmiede, ein neu genutzter Stadel und eine repräsentative Villa. „Es ist ein Buch aus der Region für die Region“, sagte Landrätin Tanja Schweiger anlässlich der Erscheinung des Buches, das ab sofort für 19,95 Euro im Buchhandel erhältlich ist. Die Teilnehmenden des LandKulturForums bekamen je ein Exemplar davon als Dankeschön für ihr Engagement überreicht, ehe das Treffen in einen lockeren Austausch überging.

Landrätin Tanja Schweiger (2. Reihe, 2.v.r.) präsentiert gemeinsam mit den Teilnehmenden des LandKulturForums den neuen Landkreis-Almanach.