Zehn Jahre erfolgreiche Kooperation von Berufsschule und Projekt „Juradistl“

Als einmalig in ganz Bayern gilt die Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutzprojekt „Juradistl“ und der landkreiseigenen Fachschule für Ernährung und Versorgung in Regensburg. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Regensburg ist damit bayernweit der einzige Landschaftspflegeverband, der in dieser Form und über einen so langen Zeitraum mit einer Schule kooperiert und Naturschutz, regionale Wertschöpfung sowie Ausbildung erfolgreich miteinander verbindet. 

Der LPV arbeitet seit Jahren mit der Berufsschule Regensburg (Fachbereich Hauswirtschaft und Ernährung) im Rahmen des Projektes eng zusammen. Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land nehmen seit mehreren Jahren am Biodiversitätsprojekt „Juradistl“ teil. Das Projekt wird von den Mitarbeitenden des LPV intensiv betreut und durch Landrätin Tanja Schweiger unterstützt, die hier die Schirmherrschaft übernommen hat.

„Mit dem Projekt ‚Juradistl‘ erleben junge Menschen ganz konkret, wie nachhaltiges Handeln funktioniert – vom Erzeuger bis auf den Teller. Die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Landschaftspflegeverband ist ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung und stärkt zugleich unsere regionalen Strukturen“, so die Landrätin.

Das Naturschutz- und Biodiversitätsprojekt „Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“ ist Teil der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert beziehungsweise unterstützt. Staatsminister Thorsten Glauber war der Einladung des Landschaftspflegeverbands gefolgt und konnte sich vor Ort einen Eindruck von der praktischen Umsetzung des Projekts verschaffen: „Das Projekt „Juradistl“; gehört zu unseren erfolgreichsten Naturschutzgroßprojekten. „Juradistl“ ist ein wirtschaftlicher Motor für die Region und ein echtes Qualitätssiegel. Ein besonderes Prädikat ist die inzwischen 10-jährige erfolgreiche Kooperation des Projekts mit dem staatlichen Berufsschulzentrum Regensburg. Hier findet moderne, praxisnahe Umwelt- und Bildungsarbeit für junge Menschen statt. Die Verbindung von Bildung für nachhaltige Ernährung und einem Naturschutzprojekt mit regionalen Naturschutzprodukten ist vorbildlich.“

„Uns war von Anfang an wichtig, dass Naturschutz nicht nur erklärt, sondern erlebt wird. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit echten regionalen Produkten und sehen, was Landschaftspflege konkret bewirkt – genau darin liegt die große Stärke dieses Projekts“, unterstreicht LPV-Geschäftsführer, Josef Sedlmeier, der sich bereits jetzt schon auf die Abschlussfeier im Sommer freut, auf der es viele Jura-Distl-Schmankerl gibt.

Blick über den Tellerrand hinaus

Die federführende Fachlehrkraft an der Schule, Gudrun Schmidbauer, stellte zusammen mit Schülerinnen die Inhalte eines „Juradistl“-Jahres vor.

Im Rahmen der Projektarbeit können viele Lerninhalte fachübergreifend und praxisbezogen vermittelt werden. Im Bereich der Speisenzubereitung verarbeiten die Schülerinnen und Schüler in der Großküche der Schule regelmäßig regionale Juradistl-Produkte und bieten diese den Gästen in der hauseigenen Mensa an. Unter dem Motto „Kochen mit regionalen Produkten – so gut kann Naturschutz schmecken“ verbinden sie nachhaltige Ernährung mit Artenschutz. Zur Vorbereitung von Aktionswochen rund um die Juradistl-Produkte von Apfel, Lamm und Weiderind informieren sich die angehenden Assistentinnen für Ernährung und Versorgung vor Ort bei Erzeugern und anderen Juradistl-Partnern über die Herkunft der regionalen Produkte. So gehören Exkursionen zu Streuobstwiesen, Keltereien, Rinder- und Schafzüchtern zum festen Jahresprogramm des Projekts. So darf das Juradistl-Projekt tatsächlich als ein Projekt mit „Blick über den Tellerrand hinaus“ bezeichnet werden.

Wichtig zu wissen: Das Projekt „Juradistl“ ist eines der größten Biodiversitätsprojekte in Bayern. Es wird getragen von den vier Landschaftspflegeverbänden Amberg-Sulzbach, Neumarkt, Schwandorf und Regensburg. Das Hauptziel ist der Erhalt und die Vernetzung wertvoller Lebensräume über die vier Landkreise hinweg. Die Produkte wie Lamm- und Rindfleisch, Honig, Apfelsaft aber auch Schafwolle stehen in direktem Zusammenhang zur Landschaftspflege und sollen die Wertschätzung in der Bevölkerung für die Landschaft und die Produkte aus der Landschaft fördern.